Beiträge von Kleinlok

    Viele Hilfswerke bedienen mit ihrer Arbeit und ihrer Spendenwerbung blinde politische Flecken.

    Ich möchte Beispiel nennen, das zwar aus dem Jahr 2016 stammt, das aber den oben benannten Vorwurf m.E. belegen kann und 4 Jahre später in 2020 leider nach wie vor aktuell ist.


    Am 13.10.2016 erhielt ich dieses Schreiben der UNO-Flüchtlingshilfe:



    Ich antworte am 13.10.2016 (ich habe den ursprünglichen Text etwas stilistisch aufgebessert, sinngemäß wird der alte Inhalt korrekt wiedergegeben).


    Viele Hilfswerke bedienen mit ihrer Arbeit und ihrer Spendenwerbung blinde politische Flecken.

    Gerade die Spendenaufrufe, mit denen sie sich in Deutschland an ein vermutlich vorwiegend kleinbürgerliches Publikum wenden, das sich in fortgeschrittenem Alter befindet, kommen zumeist entpolitisiert daher und setzen auf den Mitleidsfaktor. Bilder von armen Kindern, die den um eine Spende gebetenen Menschen entgegenblicken, sollen deren Spendenwilligkeit erhöhen bzw. provozieren. Unterschwellig oder direkt wird suggeriert, dass das Schicksal solcher Kinder unmittelbar von der erbetenen Spende abhinge. Auf die eigentlichen Ursachen, die für die Armut, das Elend bzw. die Perspektivlosigkeit verantwortlich sind, die den Alltag dieser Kinder bestimmen, wird so gut wie nie eingegangen.


    Ich sehe diese Vorgehensweise als unehrlich und unfair gegenüber denjenigen, denen geholfen werden soll und denjenigen, die mit ihrer Spende diese Hilfe unterstützen sollen. Letztendlich sehe ich diese Hilfspolitik als ungenügend um die Lebenswelt solch armer Kinder umgassend und nachhaltig zu bessern. Mit dieser Politik bleiben die Ursachen und damit Armut und Elend bestehen und es wird oft nur das damit verbundene Lied gemildert bzw. nur in Einzelfällen eliminiert. Das ist zu wenig, denn es könnte besser gehen.

    Es gibt weltweit 37.000 Hilfsorganisationen mit einem jährlichen Budget von $120 Mrd.

    Die Journalistin Linda Polman war viel in den Krisenherden der Welt unterwegs und hat in und hat in ihrem Buch "Die Mitleidsindustrie " Erschreckendes und moralisch Problematisches zutage gebracht über die Arbeit von Hilfsorganisationen.


    Zitat

    Die 50-jährige Journalistin, die seit mehr als 20 Jahren von den Krisenschauplätzen der Welt, vor allem aus Afrika berichtet, schaut hinter die Kulissen der internationalen Hilfsorganisationen. Diese gelten automatisch als die Guten, doch Polman entdeckt, dass sie in vielen Kriegs- und Katastrophen nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems sind. Sie beschreibt vor allem die Hilfseinsätze in Darfur, im Kongo und in Sierra Leone


    Die Kapitel heißen Goma. Die 'totale ethische Katastrophe' , Humanitäre Hilfe als Kriegswaffe oder Flüchtlingskrieger . In ihnen beschreibt Polman das Dilemma: Sie brauchen von Menschen oder der Natur verursachte Katastrophen, um ihre Arbeit zu finanzieren. Sie müssen Mitleid in den Geberstaaten erwecken, die Plakate mit den ausgemergelten Kindern mit den großen Augen in die Fußgängerzonen hängen. Es sind so viele Organisationen, die ihren Teil vom großen Spendenkuchen abhaben wollen.


    Krieg ist gut fürs Geschäft dieser angeblichen Mitleidsindustrie, schreibt Polman. In den Einsatzgebieten kooperieren sie mit Kriegsparteien, verschwenden Geld und ziehen irgendwann einfach weiter. "Rettungssöldner", hätte Polman ihr Buch auch nennen können. Tief schwarz pinselt sie ihr Bild der NGOs. Und das letzte Kapitel, das Nachwort, trägt den Titel: Stellt ihnen Fragen . Und das ist dann auch alles, was Linda Polman ihren Lesern mit auf dem Weg gibt. Stellt den NGOs Fragen. Dass sie damit enttäuscht, weiß die Autorin selbst.


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    In diesem Thread kann (und sollte) der Frage von Sinn und Unsinn des Engagements von Hilfsorganisationen nachgegangen werden. Angesichts der vielen Verwerfungen in diesem Bereich sehe ich das als wichtig.

    Zitat

    Der Verein hat sich wieder nicht gerührt, so dass ich ihm am Montag den 25 .Mai 2020 folgendes zukommen lasse: (...)


    Fortsetzung in Beitrag # 3



    Hier die Kopie meiner öffentlichen Kritik:


    Ich möchte in Folge Beispiele benennen, wi schon die Ausschreibung der betreffenden Praktika einen Verdacht nahe legt,dass auf Grund keiner oder nur einer sehr geringen Vergütung dieser Praktika die derart beschäftigen Praktikanten ausgenutzt werden sollen.


    Beispiel 1:


    Eine Kasseler Produktionsfirma sucht Praktikanten, die für eine mehrmonatige Arbeit in Vollzeit keinen Cent Vergütung bekommen sollen. Da habe ich im November 2019 eine erste Anfrage an dieses Unternehmen gerichtet:



    Ich habe von diesem Unternehmen keine Antwort bekommen, obwohl ich am 19. November 2019 an meine Anfrage noch einmal erinnert habe.

    Solch eine Ignoranz sehe ich als typisch für all die Fälle, wo ich die von mir angefragten Unternehmen verdächtige, dass deren Arbeitsangebote prekär veranlagt sein könnten.


    Als ich vor einigen Wochen den Link zur alten Stellenausschreibung testete, war dieser noch aktiv geschaltet. Und auch anderweitig sucht diese TV-Produktionsfirma immer noch Praktikanten, die für lau, sprich ohne jegliche Vergütung arbeiten sollen. Da habe ich am 17.04.2020 mich bei dem Unternehmen in Erinnerung gebracht:



    Der Verein hat sich wieder nicht gerührt, so dass ich ihm am Montag den 25 .Mai 2020 folgendes zukommen lasse: (...)


    Fortsetzung in Beitrag # 3

    Diese Tricks stellen m.E. schon eine Form von versuchten oder real erfolgendem Betrug an arbeitenden Menschen dar, darüber hinaus gibt es Vorgänge, die nur noch als unmittelbarer dreister Betrug an Arbeitnehmer gewertet werden können.


    Ein aktuelles Beispiel für einen richtig miesen Betrug an arbeitenden Menschen:




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    Ich eröffne diesen Thread, weil er m.E. eine gute Ergänzung zu dem "Niedriglohn"-Thread abgeben kann. Es gibt leider eine ganze Reihe von weniger guten bis teils richtig miesen Arbeitgeberpraktiken - schlechte Löhne sind ein Teil davon. Um solch miesen Löhne durch setzen zu können, werden im Alltag der deutschen Arbeitswelt eine Reihe von willkürlichen Tricks angewendet , die leider sich längst etabliert haben und von vielen Arbeitgebern toleriert werden (denn sonst könnten sich diese Trick nicht auf so weiter Flur behaupten).


    Diese Tricks stellen m.E. schon eine Form von versuchten oder real erfolgendem Betrug an arbeitenden Menschen dar, darüber hinaus gibt es Vorgänge, die nur noch als unmittelbarer dreister Betrug an Arbeitnehmer gewertet werden können. Vieles davon geschieht n einem rechtlichen Graubereich, der laxen Arbeitnehmerrechten, mangelnder staatlichen Kontrolle und Fürsorge sowie entweder nicht vorhandenen oder schwachen Gewerkschaften geschuldet ist.

    In diesem Thread könnten wir uns darüber austauschen, was es da alles an solchen Tricks und Betrügereien gibt, aber auch was man gegen solche Tricks unternehmen kann.


    Viele Grüße, Thomas

    In vielen Studiengängen sind Pflichtpraktika vorgeschrieben, die in Vollzeit angelegt teils mehrere Monate umfassen können. Aus diesem von der Politik willkürlich bedingten Umstand versuchen nicht wenige Unternehmen in Deutschland und Europa privates Kapital zu schlagen. Für wenig Lohn sollen diejenigen, die ein Praktikum leisten müssen, Arbeiten erledigen, für die sonst besser bezahlte Angestellte eingestellt werden müssten. Unternehmen setzen teils verstärkt auf die Beschäftigung von Praktikanten als Teil eines willkürlich versuchten Lohndumpings.


    Zitat

    „Ich war drei Monate dort – Arbeitszeiten von 10 und mehr Stunden sind durchaus üblich. (Ich) habe dort aber keinen Cent für die Arbeit gekriegt. (…) Alle Arbeiten, die die festen Mitarbeiter nicht gerne machen, mussten wir machen – bis spät in die Abendstunden und an den Wochenenden.“


    So ein Erfahrungsbericht aus einem der Weblogs, die dem Austausch von Erlebnissen im Praktikum dienen – genau so oder ähnlich seit geraumer Zeit immer wieder von den Medien zum Thema erhoben und dort zu lesen und zu hören. Von ihren Bemühungen, mit einem Praktikum den Einstieg in das Berufsleben nach dem Studium zu schaffen, wissen HochschulabsolventInnen in den Medien Ernüchterndes zu berichten. Trotz hoher Qualifikationen

    und beträchtlicher Flexibilität bleibt vielen von ihnen der Zugang zu regulären Arbeitsverhältnissen verschlossen. Stattdessen arbeiteten sie in gar nicht oder nur niedrig entlohnten Praktikumsverhältnissen, um dort zum Teil verantwortungsvolle Positionen oder sogar reguläre Stellen zu besetzen.


    Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. (S. 6)


    Auch in der reichen Schweiz scheint ein ähnliches Problem zu bestehen:


    Zitat

    Wie eine aktuelle Studie von Travail.Suisse zeigt, befindet sich jeder vierte der 15- bis 24-Jährigen in einem befristeten Arbeitsverhältnis. 40,9 Prozent davon sind Praktika. Damit hat sich die Zahl der Praktikanten seit 2010 um einen Drittel erhöht.


    Neu sind Praktika nicht. Bereits 2005 prägte der ZEIT-Autor Matthias Stolz den Begriff «Generation Praktikum» und machte damit auf ein negatives Lebensgefühl aufmerksam, das vor allem unter jungen Akademikern verbreitet war, die versuchten Lücken in ihrem Lebenslauf mit unterbezahlten Praktika zu überbrücken. Doch heute sind es nicht mehr nur Akademiker, die Praktika absolvieren.


    Doch heute sind es nicht mehr nur Akademiker, die Praktika absolvieren. Es sind auch Kleinkinderbetreuer, Köche, PR-Berater oder Haustechniker. Viele davon arbeiten als ordentliche Mitarbeiter zu einem Hungerlohn und haben dabei nicht einmal die Sicht auf eine Festanstellung. (...)


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    (Anmerkung: Ich empfehle diesen Artikel im Original ganz zu lesen).


    Und hier noch der Erfahrungsbereich eines von Praktikantenausbeutung Betroffenen:


    Zitat

    "Die Scheißarbeit macht der Praktikant"


    Natürlich war mir während der ersten Wochen die Stumpfsinnigkeit der Arbeit bewusst, doch ich sagte mir, dass sie mich eben testen wollten, ob ich selbst die einfachen Arbeiten fehlerfrei und diszipliniert erledigen würde. Leider dämmerte es mir erst später: Die Firma benutzte mich als Billiglöhner. Für ein überschaubares Salär macht der unverbrauchte und motivierte Praktikant alles, was sonst niemand machen will, so schien die Devise zu sein. Ein befreundeter Kollege, ehemals selbst Praktikant, berichtete mir von seinem Einweisungsgespräch, in dem der Vorgesetzte wörtlich sagte: "Wenn es irgendwelche Arbeiten gibt, die langweilig sind und lange dauern, gib sie den Praktikanten. Du bist jetzt teuer." Ein anderer Kollege erzählte, wie mein Vorgesetzter beim Mittagessen prahlte: "Die Scheißarbeit, die gebe ich immer dem Praktikant!"


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    Herzlich willkommen im Forum.


    Volle Zustimmung meinerseits.


    Vielleicht kennst du noch ein paar Leute die hier mitdiskutieren wollen. ^-^

    Hallo Ben,

    vielen Dank für den Willkommensgruß.


    Ich werde bei Gelegenheit auf dieses Forum weisen,

    muss aber erst mal sehen, wo das Sinn macht.


    Ich bin in einigen Foren unterwegs, von mitte-links-liberal (z.B. Politopia.de) bis zu Foren, wo sich einige Bräunlinge tummeln (mit denen ich mich aber ordentlich käbbel :-)).(z.B. politikarena.net, politikfotum.net).

    Ich schätze aber an allen Foren, dass diese insgesamt liberal sind und eine sehr offene Meinungsäußerung zulassen.


    Wenn du da offen bezogen auf die Einstellung der Leute wärest, könnte ich in allen Foren bei Gelegenheit auf dieses Forum weisen.


    Viele Grüße, Thomas

    Deutschland ein reiches Land. Als Mitglied der G7 spielt Deutschland und dessen Wirtschaft in der 1. Reihe der Globalisierung mit.

    In Deutschland wachsen aber seit Jahren Armut und Armutsgefährung. Hauptgrund sind schlechte Löhne, Arbeitslosigkeit (die oft verdeckt wird).und eine ungenügende soziale Absicherung (H-4,ALG2).


    Rund 30% der in Deutschland lebenden Menschen sind von dieser Problematik betroffen. rund 24% aller Beschäftigten arbeiten im Niedriglohnsektor


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    Langsam nimmt auch das Problem von Armutsrenten Fahrt auf und insgesamt droht Deutschland die Implosion der Sozialkassen.


    Diese fatale Entwicklung ist politisch gewillt bzw. wird von der Politik in Kauf genommen. Schlimmer noch, diese Entwicklung wird von Politik, Medien und Oberklasse weitgehend verwässert. Es wird von nicht betroffenen Zeitgenossen darüber diskutiert, ohne dass sich etwas zum Besseren ändert. Das soll bzw. muss es nicht in den Augen dieser Nichtbetroffenen. Si steuert das Land auf eine Krise ungeahnten Ausmaßes zu.